Soul Power: Curtis Harding stellt sein Solodebüt in Frankfurt vor (Foto: Christian Düringer)
Foto: Christian Düringer

Zoom/Frankfurt am Main (4. März 2015)

Curtis Harding

Soul Power vom neuen Hoffnungsträger

Der Ruf als neue amerikanische Soul-Hoffnung eilte Curtis Harding voraus. Seitdem sein Debüt SOUL POWER letzten Sommer in den USA erschien, überschlugen sich nicht nur Musikmagazine und einschlägige Blogs vor Begeisterung. Legenden wie Iggy Pop zeigten sich in Interviews tief beeindruckt, Jack White nahm ihn kurzerhand mit auf Tour und Saint Laurent Paris inszenierte ein Video für und mit dem 35-Jährigen aus Atlanta. 

 

Im Januar erschien Hardings kongeniale LP auch endlich in Europa und am Abend stellter er sie live in Frankfurter Zoom vor. Mit einer fünfköpfigen Band gelang es ihm von Beginn an den Sound der Platte auf die Bühne zu bringen. Harding war jahrelang als Backroundsänger von Cee-Lo Green aktiv, bevor er sich selbst ins Rampenlicht traute. Entsprechend routiniert fiel seine Gesangsperformance aus und ebenso wenig überraschend war seine Bühnenpräsenz in der Mitte der Bühne noch etwas zurückhaltend. An seine neue Chefrolle, muss sich Harding noch gewöhnen. 

 

Viele Worte sind seine Sache nicht. Harding konzentrierte sich stattdessen aufs Wesentliche. Seine Musik. Neben den Stücken vom Album gab es Soul-Klassiker wie Bill Withers' "Ain't No Sunshine". Auch die gelingen ihm mühelos, sie bergen aber auch das Risiko, dass sich Harding selbst als Epigone seiner Helden entlarvt. Denn so gelungen seine Eigenkompositionen in sich auch sind, man hört auch schnell, wer Pate dafür stand. 

Wirklich stören tat das an diesem Abend aber niemandem. Zu Recht.  Das mit ca. 350 Zuhörern fast ausverkaufte Zoom feierte Songs wie "Castaway" oder "Next Time", als wären es eben alte Klassiker, das muss man ja auch erst mal schaffen. Vor allem die Single "Keep On Shining" ist schon jetzt ein Hit. 

 

Die Show dauerte nur 70 Minuten und auch wenn Harding nicht den großen Entertainer gab und auf Mätzchen mit dem Publikum verzichtete, ging an diesem Abend niemand enttäuscht nach Hause. Harding ist bereits 35 Jahre alt. Es war also höchste Zeit, dass er sein enormes Potential abruft. Der Anfang ist gemacht und es wird hoffentlich noch einiges folgen. 

 

Setlist 

Intro / Soul Power / Next Time /  Castaway / Drive My Car / Freedom / Beautiful People / Surf / The Drive / I Need Friend / Heavens On The Other Side / Ain't No Sunshine / Love Is All / Keep On SHining // California Dreaming / On My Way / I'm Gonna Find You / No Pressure


Text, Fotos und Video von Christian Düringer