Foto: Christian Düringer
Foto: Christian Düringer

Nachtleben/Frankfurt am Main (3. November 2009)

The xx spielen zum ersten Mal als Trio

Das Frankfurter Nachtleben war seit Monaten ausverkauft und die Neugier auf das junge Londoner Quartett groß, als kurzfristig eine Absage drohte. Keyboarderin Baria Qureshi sei ausgestiegen und alle Konzerte bis auf weiteres abgesagt, hieß es einige Tage zuvor. Doch der Termin in Frankfurt blieb bestätigt. "Keep your Fingers Crossed", bittet Bassist und Sänger Oliver Sim beim betreten der Bühne verunsichert die ca. 350 Zuschauer, "This is the first time, only three of us are playing together."

Das Intro ihres Debüt-Albums markiert auch live den Startschuss, gefolgt von "VCR" und "Heart Skipped A Beat". Sim und Gitarristin Romy Croft, mit etwas überdimensioniert wirkenden goldenen Les Paul ausgestattet, gelingt es auch live hervorragend, die magische Kombination ihrer Stimmen abzurufen. Der für die Beat zuständige Jamie Smith spielt alle Sounds live, nichts ist programmiert oder Konserve. Stellenweise geht das Soundsystem unter seinen wummernden Synthie-Drums in die Knie. Gemeinsam mit Sim, der zwischendurch immer wieder an den Gerätschaften schraubt, versucht Smith so gut es geht die Parts von Qureshi zu ersetzten, was aber nur bedingt gelingen will.

Die vom Album gewohnt dichten Klangkonstruktionen wirken live in der Konstellation als Trio organischer und weniger perfekt ausgeklügelt, weniger synthetisch, aber durch die so entstehenden Abweichungen von den Studioversionen auch lebendiger mit neuen Facetten. Ihren bislang größten Hit "Crystalised" müssen sie gleich vier Mal anstimmen, bis der Einstieg gelingt. Sim, der Kommunikator der Band, stellt sich den Unzulänglichkeiten sympathisch bescheiden und das konzentriert lauschende Publikum nimmt es mit Humor. "Teardrops" von Womack & Womack reiht sich als Coverversion nahtlos in die komplett vorgetragenen elf Eigenkompositionen ihres Debüts. Nach einer Dreiviertelstunde kündigt Sim mit dem an David Bowie erinnernden "Stars" bereits den letzten Song an. Ohne weitere Zugabe ist dann auch wirklich schon Schluss.

Mutig für Newcomer vor ausverkauftem Haus aber vielleicht hat sich das Fehlen von Baria Qureshi, die bis dahin eigentlich ganz passabel ersetzt wurde, doch zu sehr bemerkbar gemacht oder das Repertoire hat einfach noch nicht mehr hergegeben. Neue Stücke scheint die Band noch nicht in der Pipeline zu haben. Einer so jungen und aufstrebenden Band in einer Umbruchsituation kann man es verzeihen. Man sollte ihnen Respekt zollen, dass sie sich nach abgesagter Show am Vortag in Stuttgart so schnell den Gegebenheiten angepasst und nicht die gesamte Tour gecancelt haben. Die Chancen stehen gut, dass sich The xx auch als Trio finden werden und der Hype noch nicht vorbei ist.

Setlist:

01: Intro
02: VCR
03: Heart Skipped A Beat
04: Basic Space
05: Fantasy
06: Shelter
07: Crystalised
08: Islands
09: Teardrops
10: Night Time
11: Infinity
12: Stars