Der sträflich unterschätzte Songwriter James McMurtry ist endlich zurück in Europa

Er ist seit Jahren einer den bedeutendsten Vertreter US-amerikanischer Rootsmusic. Leider bekommt das hierzulande kaum jemand mit. Oder zum Glück, wenn man es aus der Perspektive der wenigen Eingeweihten betrachtet, die somit die Gelegenheit hatten, den texanischen Songwriter `James McMurtry in kleiner Runde in einer Bar bei Frankfurt live zu erleben. Weiter...

Chaos-Auftritt von Pete Doherty in Frankfurt am Rande der Eskalation

In der Vergangenheit war Pete Doherty trotz derangierten Zustandes und massiven Verspätungen oft genug in der Lage gewesen, furiose Konzerte zu spielen. In Frankfurt gelingt das nicht. Ein Montagabend, 45 € Eintritt, eine schlecht eingespielte Band und eine müde Setlist sind schlechte Argumente, um stundenlanges Warten zu entschuldigen. Bierbecher fliegen und die Fans verlassen scharenweise die Halle. Weiter mit Video...



Die britische Queen des Sixties-Twang ist nach langer Abstinenz zurück in Deutschland

Nach ihrer Rückkehr aus ihrer Wahlheimat USA ist die Britin Holly Golightly nun auch nach vielen Jahren zurück auf deutschen Bühnen. Ihr Fangemeinde ist nach Kollaborationen mit den White Stripes und Jim Jarmusch im Laufe der Zeit immer größer geworden. Das Kesselhaus in Wiesbaden taut vor allem bei den schnelleren Stücken auf. Weiter...   

Seasick Steve bringt den Blues in den Wiesbadener Schlachthof

Ein Banjo mit Auspuffrohr, eine Gitarre mit nur einer Saite, eine mit dreien an den falschen Stellen, eine andere aus einer Zigarrenkiste gebaut und noch eine weitere aus einem Washboard. Seasick Steve fährt im Wiesbadener Schlachthof ein ganzes Arsenal an schrägen Instrumenten auf und feuert damit eine furiose Blues-Show ab. Ich war für regioactive.de mit meiner Kamera dabei. Hier meine Fotos und meine Besprechung.  Weiter zu regioactive.de...   



Hessische Mundart als Folk & Blues von Odermennig nach 30 Jahren wieder da 

1984 veröffentlichte das Trio Odermennig aus Marburg und Gönnern unter dem Titel GEMORJE HINNERLAAND ihre erste und einzige LP. Sozialkritische, poetische und derb-komische Texte in mittelhessischer Mundart kombiniert mit Tönen aus Folk, Blues udn Jazz konterkarierten seinerzeit die angestaubte Heimatdichtung in Hessen mit ungewöhnlichen Ausdrucksformen. Ein einzigartiges Projekt fernab biederer Volkstümelei, das nach Rücksprache mit den Künstlern nun erstmals exklusiv auf dieser Seite in digitaler Form wiederveröffentlicht wird. Weiter...

Die Ben Miller Band zieht alle Register: "We call it Ozark Stomp"

UPDATE Die Ben Miller Band ist in den letzten Jahren auch in Europa einem größeren Publikum bekannt geworden. Spätestens als gefeierter Support von den Bluesrock-Veteranen ZZ Top machten die drei Bartträger aus Joplin/Missouri auf sich aufmerksam. Ein Plattendeal beim renommierten Label New West Records und ein Auftritt in einer TV-Serie waren die Folge. Ben Millers Karriere begann aber schon viel früher und dabei spiele auch ein kleines Uni-Städtchen in Hessen eine große Rolle. Lest hier die komplette Story von den Anfängen bis heute... Weiter...



Mehr als nur ein Tom Waits Epigone: Ben Caplan spielt im Kesselhaus

Ben Caplan ist mit seiner Band den Casual Smokers auf Deutschland-Tour, um sein neues Album "Bird With Broken Wings" vorzustellen. Den ständigen Vergleichen mit Tom Waits kann sich der Kanadier dabei zwar nicht entziehen, aber er kann mehr. Das stellt er im Wiesbadener Kesselhaus unter Beweis. Weiter...

Die schwedischen Schwestern von First Aid Kit verzaubern Frankfurt

Das Duo bezaubert sein Frankfurter Publikum bereits zum zweiten Mal mit entwaffnendem Harmoniegesang zwischen Country und Pop. Neben den Perlen ihres Debüts stellen sie ihr aktuelles Album STAY GOLD vor. Wir haben eine Review, Fotos, die Setlist als Spotify-Playlist und ein Video von "A Long Time Ago" für euch. Weiter...

Soul Power vom Hoffnungsträger: Curtis Harding spielt in Frankfurt

Er gilt vielen als neue Hoffnung des amerikanischen Souls. Curtis Harding hat gerade erst sein Debüt SOUL POWER auf den Markt gebracht und dafür viele Vorschusslorbeeren eingeheimst. Jetzt gilt es für den 35-Jährigen Sänger aus Michigan, diese auch live zu verteidigen. Im Frankfurter "Zoom" ist das auf ganzer Linie geglückt. Weiter...



Vinyl-Reviews

Ben Miller Band Any Way, Shape Or Form

Terry Allen

Bottom Of The World

Daniel Romano

Come Cry With Me

McCarthy/Bonnie Billy What The...

Kurt Vile

Wakin On A Pretty Daze



Pete Doherty liefert mit seinen Babyshambles fristgerecht ab

Kommt er? Wenn ja, wann? Bleibt er? Spielt er? Am Ende waren alle zuvor angemeldeten Befürchtungen unberechtigt - oder zumindest fast. Allen Unkenrufen zum Trotz betritt Pete Doherty fast pünktlich und fast nüchtern mit seinen Mitstreitern die Bühne des neuen Wiesbadener Schlachthofs und spielt fast ohne Zwischenfälle eine fast perfekte Show. Weiter...

Hitchcock, Hermann, Bass: Was den Vorspann von Vertigo so magisch macht

2012 wurde Alfred Hitchcocks VERTIGO zum besten Film aller Zeiten gekürt, Filmkomponistenlegende Bernard Herrmann wäre unlängst 100 Jahre alt geworden und Lady Gaga zollt in ihrem Video zu "Born This Way" dem von Grafiker Saul Bass entworfenen Vorspann von VERTIGO ausführlich Tribut. Hitchcocks, Bass' und Herrmanns Vertigo-Prelude schrieb Filmgeschichte. Zeit für eine Analyse. Weiter...



Interview

Keiner schrieb so viele Episoden für "Die Drei ???" wie André Marx. Im ausführlichen Gespräch berichtet er über die Jubiläumsfolge "Feuermond", erklärt die Renaissance der Serie und verrät, warum er sich die Hörspiele zu seinen Büchern gar nicht mehr anhört. Weiter... 

Interview

Autor Hendrik Buchna spricht über seine Folge "Die drei ??? und der schreiende Nebel". Die Hörspielumsetzung stürmte die deutschen Charts und zu hören sind echte Sprecher-Koryphäen. Weiter...

Location-Guide

Wo ermitteln Justus, Peter und Bob? Neben dem fiktiven Rocky Beach sind sie auch an zahlreichen real existierenden Orten unterwegs. Wir sind ihnen nachgereist. Hier die Übersicht auf einer interaktiven Karte mit Informationen und vielen Fotos. Weiter...

Live-Review

Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczek und Andreas Fröhlich sind in ihren Rollen als "Die drei ???" die Helden einer ganzen Generation geworden. Auf ihrer Live-Tour "Phonophobia" brennen sie in der Frankfurter Fraport-Arena ein Nostalgiefeuerwerk ab. Weiter...

Nachruf

Aiga Rasch trug trug mit ihrem markanten und einzigartigem Stil wesentlich zum nachhaltigen Erfolg von "Die Drei ???" bei. An Weihnachten 2009 verstarb die Illustratorin im Alter von 68 Jahren. Wir erinnern uns. Weiter... 



Der sonst so entspannte Kurt Vile verzweifelt in Frankfurt am Sound

Kurt Vile wirkt auf seinen Platten eigentlich so, als würde ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Bei seinem Konzert im Frankfurter Zoom wird der Songwriter aus Philadelphia allerdings auf eine harte Probe gestellt. Wir haben neben einer Review, Fotos und ein Mitschnitt von "Jesus Fever" für euch. Weiter...

Geballte Südstaaten-Melange von Valerie June und Ben Miller

Die 31-jährige Valerie June aus Tennessee mit der beeindruckenden Dreadmähne vereint mit Gospel, Blues und Country spielerisch jeweils typisch weiße und schwarze Musikgenres, als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt. Mit der furios aufspielenden Ben Miller Band im Gepäck, die nach ihrer Tour mit ZZ Top nochmal einen Nachschlag in Europa geben, kann nicht viel schief gehen. Review, Fotos & Video Weiter...



ZZ Top spielen routiniert auf, ihr Support begeistert Hamburger Publikum

Supportbands werden meist höflich ertragen oder bestenfalls wohlwollend geduldet. Die Ben Miller Band aus Joplin/Missouri sorgte aber bereits in den USA im Vorprogramm von ZZ Top für Furore, sodass die Blues-Rock-Veteranen sie spontan weiter für ihre Europa-Tour buchten. Für Miller wird der Abend zu einem glorreichen Comeback auf deutschen Bühnen. Vor genau zehn Jahren spielte er im studentischen Nachtleben von Marburg erstmals vor Publikum. Aus den damals zwanzig Zuhörern sind 4000 geworden. ZZ Top legen als Headliner einen routiniert-lässigen Auftritt hin. Mit dem ersten Album nach neun Jahren im Gepäck werden viele neue Stücke in die Setlist eingebaut, abgefeiert werden vor allem die Hits der 70er und 80er. Weiter...   

 

Politisch unkorrekt: Kinky Friedman beim seinem einzigen Deutschlandkonzert

"The Germans are my second favourite people. My first is everybody else," scherzt Kinky Friedman, der von seinen Fans nur The Kinkster genannt wird, immer gerne und auch heute Abend auf der Bühne in Mainz wieder. Kein Wunder, könnte man meinen, dass er seit 1999 nicht in Deutschland aufgetreten ist und auch dieses Mal für nur ein Konzert auf seiner "Bipolar World Tour" hier Station macht. Von echter Aversion ist beim Auftakt des jüdischen Kulturfestivals "Hip im Exil" im Frankfurter Hof aber nichts zu spüren - im Gegenteil. Als Country-Musiker, jüdischer Cowboy, Krimi-Autor, nonchalanter Storyteller, Aphoristiker, Querulant, Tierschützer, passionierter Zigarrenraucher, Tequila-Brenner und beinahe Gouverneur von Texas hat der Kinkster viele Facetten. Entsprechend gestaltet sich der Abend recht munter. Weiter...



Dinosaur Jr. bereiten der Frankfurter Batschkapp einen lauten Abschied

Die Frankfurter Batschkapp ist brechend voll. Gekommen sind Männer, die Ende der 80er jung waren und jetzt nicht mehr ganz so jung sind. So wie die Batschkapp selbst. Der 36-jährige Club, in dem schon Nirvana und R.E.M. auftraten, steht in seiner jetzigen Form vor dem Aus. Dass sich nun Veteranen wie Dinosaur Jr. zum Abschluss die Ehre geben, verleiht dem Abend in doppelter Hinsicht eine melancholische Note. Die Band um Mastermind J Mascis hat im Laufe ihrer Geschichte mindestens genausoviel Patina angesetzt wie die Batschkapp. Bleibt zu hoffen, dass sie damit im Gegensatz zum legendären Frankfurter Club noch eine ganze Weile weiter macht, denn sie sind besser denn je - und lauter. Weiter...

Chuck Ragan spielt mit Freunden vor ungewöhnlicher Kulisse

Wieder einmal ist Chuck Ragan mit seiner Revival Tour unterwegs, um den Geist der Folkmusik neu zu beleben. Mit befreundeten Musikern aus verschiedenen Bands zieht er durch die Lande und interpretiert gemeinsam mit ihnen in akustischen Sessions in einer Melange aus Americana, Folk, Punk und Bluegrass eigene und fremde Songs. Dieses Jahr sind u.a. Emily Barker, Cory Branan, Jay Malinowski und Rocky Votolato mit am Start. In Wiesbaden finden die Kollaborateure eine ganz besondere Location vor. Da der Schlachthof nicht zur Verfügung stand, findet die Show in der Ringkirche statt. Wir waren dabei und haben neben einer Review Fotos, Videos und die Setlist als Spotify-Stream für euch. Weiter...



First Aid Kit sind mehr als nur ein YouTube-Hype

Ein bisschen haben sich Klara und Johanna Söderberg (Jahrgang 1993 und 1990) jene unbedarfte Schüchternheit bewahrt, mit der sie vor nunmehr fast vier Jahren über Nacht mit einer Coverversion der Fleet Foxes zum Youtube-Hype wurden. Als das begeisterte Publikum der ausverkauften Frankfurter Brotfabrik frenetisch weitere Zugaben fordert, kommen die beiden Schwestern aus Stockholm sichtlich ungläubig und ein wenig verlegen ein weiteres Mal zurück auf die Bühne. First Aid Kit werden langsam groß. Weiter...

The See See aus London spielen vor wenigen Fans

Einen halbleeren Club haben The See See wahrlich nicht verdient. Schließlich hat die Londoner Band mit LATE MORNING LIGHT gerade erst das bemerkenswerteste britische Debüt des Jahres veröffentlicht. Ihr klassischer, psychedelisch angehauchter Sixties-Rock scheint sich hierzulande noch verstärkt in einschlägigen Musikmagazinen und eingeweihten Internetforen großer Beliebtheit zu erfreuen. Bis nach Offenbach hat sich ihr Talent jedenfalls noch nicht herumgesprochen. Weiter...

C.W. Stoneking lässt Roots-Music aufleben

C.W. Stoneking wandelt auf einem schmalen Grad zwischen authentischem, von amerikanischer Roots-Music inspiriertem Songwriter und Nostalgiesänger aus der Retorte. Der Eindruck seiner mitreißenden Live-Performance, die ohne anbiedernde Ironisierung und sonstigen inszenatorischen Firlefanz auskommt, zerstreut letztlich aber jeden Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit, den man nach dem Hören seiner Platten möglicherweise noch in Ansätzen gehabt hatte. Weiter...



Leonard Cohen vor spektakulärer Kulisse

In zwei Wochen wird Leonard Cohen 76 Jahre alt. Ungläubig resümiert eine Besucherin seines Konzerts in Wiesbaden bereits in der Pause, er singe heute eigentlich besser als je zuvor. Und tatsächlich dürfte Leonard Cohens Bariton selten eindringlicher geklungen haben als auf dieser Comeback-Tour, die ihn nach über 15-jähriger Bühnenabstinenz seit Mai 2008 nun bereits zum zweiten Mal nach Deutschland führt. Weiter...

Tocotronic sind Headliner auf dem Folklore

Kaum eine Band schafft es so gut ihr Publikum synchron zur eigenen Entwicklung mitaltern zu lassen wie Tocotronic. In den 90er Jahren lieferten sie in Trainingsjacken Outfits mit rumpelndem Indie-Sound und parolenhaft-verkopften Texten den deutschsprachigen Soundtrack für all die Jugendlichen, die sich in ihrer Andersartigkeit cool finden wollten. Die Band hat es ins Hier und Jetzt geschafft und ist immernoch der hellste Stern am ansonsten grauen deutschen Pop-Himmel. Weiter...

Lauscherlounge: Kollektive Weltflucht mit den drei ???

Mit 450 Leuten in einem Kinosaal zu sitzen und bei geschlossenem Vorhang und gedimmtem Licht einer Drei Fragezeichen-Folge zu lauschen ist zugegebenermaßen schon eine etwas nerdige Erfahrung. Spaß macht es trotzdem, schließlich lauscht man Angesicht zu Angesicht mit der deutschen Hörspiel-Koryphäe höchst selbst: Oliver Rohrbeck, der mit seiner Lauscherlounge Gastgeber dieser Record Release Party zu Folge 144-ZWILLINGE DER FINSTERNIS im Marburger Cineplex ist. (Foto: Gerd Seidel) Weiter...



Hardcore Superstar beleben 80er Sleaze-Rock in Köln

Sleaze-Rock schien tot. Hair Metal ein miefiges Relikt aus den 80ern. Zumindest bis sich in den letzten Jahren in Skandinavien eine Szene junger Bands formierte, die unerschrocken dem verpöntesten Genre der Popgeschichte neues Leben einhauchte. Nach fast zwanzig Jahren lähmendem Stillstands wird man plötzlich wieder mit großartigen Riffs und Gitarrensoli bombardiert, als hätte es nie irgendwelche Berührungsängste oder Ressentiments gegeben. Hardcore Superstar ist eine dieser Bands. (Foto: Gustav Svensson) Weiter...

The xx aus London sind der Hype der Stunde 

Das Frankfurter Nachtleben war seit Monaten ausverkauft und die Neugier auf das junge Londoner Quartett groß, als kurzfristig eine Absage drohte. Keyboarderin Baria Qureshi sei ausgestiegen und alle Konzerte bis auf weiteres abgesagt, hieß es einige Tage zuvor. Doch der Termin in Frankfurt blieb bestätigt. "Keep your Fingers Crossed", bittet Bassist und Sänger Oliver Sim beim betreten der Bühne verunsichert die ca. 350 Zuschauer, "This is the first time, only three of us are playing together." Weiter...

Die Schweden von Hellsongs machen Lounge-Metal

In Zeiten, in denen Popmusik vermeintlich alle Felder ausreichend beackert hat, ist geschickte Zweitverwertung das Gebot der Stunde. Vor allem Musik aus Nischen, die der breiten Masse bisher kaum zugänglich war, wird benutzerfreundlich aufbereitet. Skandinavien war seit jeher eine Heavy Metal-Hochburg. Es liegt also auf der Hand, welche Sparte sich das schwedische Trio Hellsongs zum Recyceln vorgeknöpft hat. Wir waren in Frankfurt und Marburg live dabei. Weiter...



Kris Kristofferson kommt mit Alterswerk im Gepäck 

Kris Kristofferson verlor nach seinen ersten beiden Alben in den frühen 70er etwas den Faden. Zumindest als Musiker. Als Schauspieler begann seine Karriere gerade erst. 2006 gelang ihm ein überraschendes Comeback mit einem eindringlichen Alterswerk. Nun ist er auch wieder live präsent. Seine Europatour beginnt in Deutschland. Allerdings nicht wie zunächst angekündigt in Berlin,  sondern in der tiefsten Provinz von Rheinland Pfalz. Wir waren dabei und besuchten zwei Wochen später noch die Show in Bonn. Der Kontrast hätte nicht größer sein können. Weiter...

Country-Grande Dame Emmylou Harris in Berlin

Als "Cosmic American Music" beschrieb Gram Parsons einst etwas ungelenk seine hybride Mixtur zweier als damals unvereinbar geltenden Musikstile: Country und Rock. 35 Jahre nach dessen frühem Tod steht Parsons einstige Muse und Duettpartnerin Emmylou Harris in Berlin auf der Bühne. Natürlich stellt sie in erster Linie ihre neue LP vor, dem Mythos verweigert sie sich dennoch ganz bewusst nicht. Tat sie nie. Alles was sie macht ist in der Fußnote immer auch eine Hommage an Gram. Weiter...

Dinosaur Jr. bringen den Tinnitus nach München

Es würde laut werden. So viel stand bereits fest, bevor das Trio um Mastermind J Mascis aus Massachusetts die Bühne der Muffathalle betraten. Dinosaur Jr. gehören inzwischen schließlich zu den letzten verbliebenen Indie-Bands ihrer Generation, die einst mit einer abenteuerlichen Kombination aus Noise-, Punk- und Hardrock den Weg für das ebneten, was schließlich mit dem Etikett Grunge den Mainstream eroberte und Musikgeschichte schrieb. Als J Mascis die Gitarre einstöpselt, fallen einem aber fast die Ohren ab. Weiter...



Conor Oberst trumpft solo in Berlin auf 

Man könnte fast meinen, die Konzerte von Conor Oberst stünden immer unter einem bestimmten Motto. Der Solo-Auftritt in Berlin und der seiner Stammformation Bright Eyes im vergangenen Jahr könnten unterschiedlicher kaum sein. Damals passend zum Bühnendekor in seltsam sakrale Gewänder gehüllt, mit langer Jesus-Matte aus der Offenbarung zitierend, erscheint Oberst im Columbia-Club kurz angebunden, fast rotzig-frech mit Britpopfrisur, Cowboyboots und einer Schüler-Indieband im Nacken. Weiter...

Tito & Tarantula als Tex-Mex-Outlaws im Einsatz

Tito Larriva ist entweder kein besonders guter Schauspieler oder als "der Typ aus den Robert Rodriguez-Filmen" im Dauereinsatz. Das Klischee des räudigen Tex-Mex-Outlaws mimt er in Natura jedenfalls nicht weniger überzeugend als auf der Leinwand. Mit dreckigem Grinsen und markigen Sprüchen kommuniziert er mit Band und Publikum genau wie man ihn kennt. Aber nur, wenn er nicht gerade wie ein wilder Stier in der Arena des heimischen Chihuahua mit viel Dampf, Schweiß und Rotz seine Lyrics wie Salven ins Publikum abfeuert. Weiter...

Die Babyshambles rocken die Manchester Arena

"It's hard playing sober, y'know. I don´t know what's going on.", entschuldigt sich Pete Doherty, als er zurück auf die Bühne getrottet kommt. Kurz zuvor hatte er sich nach gut der Hälfte der Show Backstage eine kleine Auszeit genehmigt und damit für leichte Irritationen im Publikum gesorgt, das dann aber gleich wieder fleißig "Pete, Pete, Pete..." skandiert. Müde und vom Entzug sichtlich ausgelaugt lehnt er am Mikroständer. Grund zum entschuldigen besteht eigentlich dennoch nicht. Weiter...

 



Die Indie-Legenden von Built To Spill sind zurück

Man könnte meinen, Doug Martsch sei die personifizierte Uncoolness. Man könnte aber genauso gut zum gegenteiligen Schluss kommen und ihn für den coolsten Typen des Planeten halten.  Vollbärtig, das inzwischen kahl gewordenen Haupt von einem zersausten Haarkranz umrahmt, wirkt er mit seinem Bauchansatz unterm Schlabber-T-Shirt und den antiquierten Loafers, als käme er geradewegs von einem gemütlichen Barbecue in der Nachbarschaft seiner Heimat Boise/Idaho, als er gegen 22 Uhr die Bühne in Frankfurt betritt. Weiter...

Die Lemonheads auf Comeback-Tour

Zehn Jahre war es her, als im vergangenen Sommer der schlicht mit dem Bandnamen betitelte Nachfolger zum letzten Lemonheads-Album erschien. Ebenso lang war Dando nicht mehr auf Tour. Zumindest nicht mit den Lemonheads. Nach den Deutschland-Auftritten 2006 folgt jetzt der Nachschlag, der Dando auch nach Frankfurt führt. Vor dem Auftritt kommen Gerüchte auf, er würde gar nicht auftauchen. Die Befürchtungen zerschlagen sich jedoch schnell, als Dando mit Band pünktlich die Bühne der Batschkapp entern. Weiter...

Two Gallants begeistern mit brachialem Sound

Die Nachfrage scheint groß gewesen zu sein. Das Konzert der Two Gallants wurde kurzfristig vom kleinen Cooky´s in den edlen Mousonturm verlegt. Und die beiden Kumpels aus San Francisco legen brachial los. Sänger und Gitarrist Adam Stevens zuckt immer wie elektrisiert zusammen und ist bemüht sich gegen Drummer Tyson Vogel Gehör zu verschaffen. Weiter...



Pete Doherty und Kate Moss euphorisieren Manchester

Eine unwirkliche Erwartungshaltung liegt in der Luft. Sie steigert sich zu einer seltsamen Mixtur aus Aggression und hysterischer Euphorie, die sich pünktlich um halb zehn entlädt, als das Licht im Apollo ausgeht und Doherty im Scheinwerferspot die Bühne betritt. Ein Hagel von Bechern und glühenden Zigaretten regnet von den Rängen hinunter, die Luft ist von Bierfontänen durchzogen. Die Babyshambles starten mit "Pipedown", während auf den Rängen das Chaos ausbricht. Weiter...

Bob Dylan gibt sich auch in der Provinz unnahbar 

Dylan wird nicht mehr nur bescheiden als "Columbia Recording Artist" angekündigt, sondern mit den Worten "Please welcome the poet laureate of rock, the spokeman for the 60's counter culture, the man who the man who sought god in the 70's" im großen Stil auf der Bühne empfangen. Gute Idee, kann sich Dylan so doch der Vergangenheitsbewältigung entledigen, bevor er überhaupt in Erscheinung getreten ist. Weiter...

Beck spielt abgespeckten Akustik-Gig im Seattle

Nachdem Beck auf seiner letzten Tour standesgemäß in großem Rahmen ein furioses Mashup-Feuerwerk der Musikstile abfackelte, ist man zunächst überrascht, als Beck Hansen alleine in bester Dylan-Manier - lediglich mit Akustik Gitarre und Harp bewaffnet - die Bühne des altehrwürdigen Moore Theatres betritt, um sein todtrauriges Album SEA CHANGE vorzustellen, das erst eine Woche später erscheinen wird. Dennoch wird es ein lustiger Abend. Weiter...